Wolfgang M. Schmitt jun. bespricht den Spielfilm „Der Magier im Kreml" als Anlass für eine gesellschaftskritische Analyse. Er verhandele Machtmechanismen nicht als russisches Spezifikum, sondern als allgemeine politische Praxis. Dabei werde vorausgesetzt, dass demokratische Systeme ähnliche Logiken der Unempfindlichkeit aufweisen wie autoritäre Regime. Westliche Narrative über Desinformation werden kritisch positioniert.

Zentrale Punkte

  • Kritik an westlicher Verantwortung Der Host kritisiere, der Film blendete die westliche Verantwortung aus. Neoliberale Schocktherapien hätten Oligarchen erst ermöglicht. Zudem werde Desinformation als externe Bedrohung gerahmt, interne Wut bleibe unbeachtet.

  • Macht als leerer Selbstzweck Macht werde als leerer Selbstzweck beschrieben, der in Demokratien ähnlich funktioniere. Verweis auf Sloterdijk: Politische Praxis ersetze Gut und Böse durch Erfolg und Misserfolg. Putins Handeln spiegle allgemeine Regierungspraxis wider.

Einordnung

Die Episode liefert eine differenzierte Medienkritik, indem sie externe Feindbilder hinterfrage. Stärken liegen im philosophischen Unterbau. Allerdings werde autoritäres Handeln stark mit demokratischer Praxis gleichgesetzt, was spezifische Gewaltverhältnisse verwischen könne. Der Host argumentiere: „Wir können also hier im Extrem von Putin durchaus sehr viel wiedererkennen von einer allgemeinen Regierungspraxis". Kritische Distanz ist ratsam.

Sprecher:innen

  • Wolfgang M. Schmitt jun. – Host, Filmkritiker