Die taz-Auslandsredakteur:innen Bernd Pickert, Barbara Oertel, Stefan Reinecke und Eric Bonse analysieren die jüngste Gipfeldiplomatie um die Ukraine. Trump habe in Alaska mit Putin und danach mit Selenskyj und europäischen Regierungschefs in Washington getroffen, ohne greifbare Ergebnisse. Die Europäer seien als „Bodyguards“ mitgereist, um eine erneute Demütigung Selenskyjs zu verhindern. Die US-Position habe sich leicht verschoben: Trump spreche nun über Sicherheitsgarantien für die Ukraine, allerdings ohne klaren Fahrplan. Die EU sei gespalten – weder inhaltlich noch personell einig. Die Debatte um mögliche europäische Truppen in der Ukraine sei voreilig, solange keine Friedensverhandlungen stattfänden. Realpolitisch bleibe nur ein „eingefrorener Konflikt“ mit unsicheren Garantien.

Einordnung

Der Podcast zeigt journalistische Professionalität: Faktenchecks, Perspektivwechsel und klare Einordnungen dominieren. Die Sprecher:innen benennen offen Machtasymmetrien, etwa das tief misstrauische Verhältnis der Europäer zu Trump oder die Marginalisierung osteuropäischer Stimmen. Besonders bemerkenswert ist die Selbstreflexion: Die EU werde als „Bittstellerin“ dargestellt, die mit Geld statt Diplomatie um Trump wirbt. Die Diskussion bleibt sachlich, vermeidet jedoch eine breitere Zivilgesellschaftsperspektive. Kritisch anzumerken: Die militärische Logik dominiert, während langfristige Friedensstrukturen kaum thematisiert werden. Die Analyse bleibt trotzdem wertvoll – sie entlarvt die improvisierte Diplomatie und die Gefahr eines neuen Kalten Krieges ohne klare Regeln.