In der englischsprachigen Episode von „DW Africa Link“ diskutiert Moderator Eddie Mica Jr. mit der Entwicklungsökonomin Chenai Mutambasere und dem Korrespondenten Columbus Mavhunga über die drastisch gestiegenen Benzinpreise in Simbabwe. Auslöser sei der Nahostkonflikt, der globale Ölpreise in die Höhe treibe und im Land unmittelbar zu massiven Transport- und Lebensmittelpreissteigerungen führe. Im Zentrum des Gesprächs steht das Spannungsfeld zwischen externen geopolitischen Schocks und internem staatlichen Versagen. Dabei werden wirtschaftsliberale Lösungsansätze wie die Deregulierung des Energiesektors und das Zurückdrängen des Staates als nahezu alternativlose Auswege aus der Armutskrise verhandelt. ### Zentrale Punkte * **Monopolstellung als Hauptproblem** Mutambasere argumentiere, dass die Krise primär durch regierungsnahe Kartelle im Energiesektor verursacht werde, die das Land für globale Preisschwankungen extrem anfällig machten. * **Korruption wiegt schwerer als Sanktionen** Die wirtschaftliche Instabilität sei weniger auf westliche Sanktionen als auf massive Korruption und politische Unberechenbarkeit zurückzuführen, erkläre die Ökonomin im Gespräch. * **Drastische Folgen für die Bevölkerung** Mavhunga berichte, dass die Preissteigerungen die Bürger:innen in extreme Armut trieben, weshalb viele gezwungen seien, Mahlzeiten ausfallen zu lassen oder auf medizinische Hilfe zu verzichten. ### Einordnung Die Episode verknüpft globale Ereignisse gut mit lokalen strukturellen Problemen. Kritisch ist jedoch die unhinterfragte Setzung wirtschaftsliberaler Logiken: Ein völlig unregulierter freier Markt wird als naturgegebene Lösung präsentiert. Auffällig ist zudem die paternalistische Rahmung durch den Moderator, der der Ökonomin das Schlusswort für etwas erzwungenen Optimismus erteilt, explizit weil sie eine Frau sei („if I have a lady expert on the show, then I give them the final words“ / Übersetzung: „Wenn ich eine weibliche Expertin in der Sendung habe, überlasse ich ihr das letzte Wort“). ### Sprecher:innen * **Eddie Mica Jr.** – Moderator des Podcasts * **Chenai Mutambasere** – Entwicklungsökonomin * **Columbus Mavhunga** – DW-Korrespondent in Harare, Simbabwe