Der Vortrag, der offenkundig vor Publikum im Umfeld des neurechten Instituts für Staatspolitik in Schnellroda (Sachsen-Anhalt) gehalten wurde, spannt einen Bogen vom Westfälischen Frieden bis in die Gegenwart. Der namentlich nicht genannte Sprecher verhandelt das Völkerrecht nicht als Friedensprojekt, sondern als juristisches Instrument zur reinen Einhegung eines naturgegebenen Krieges. Dabei wird die Prämisse als selbstverständlich gesetzt, dass die moralische Aufladung des Kriegsbegriffs zwangsläufig zur totalen Eskalation und zur Kriminalisierung des unterlegenen Gegners führe. Der Ukraine-Krieg dient eingangs lediglich als rhetorischer Aufhänger, um eine grundsätzliche Kritik an der modernen Friedensordnung zu formulieren. ### Zentrale Punkte * **Naturgegebenheit des Krieges** Der Redner argumentiere, Krieg sei eine anthropologische Konstante. Eine Rechtsordnung dürfe diesen nicht abschaffen wollen, sondern müsse ihn durch strikte, moraldfreie Regeln zwischen Staaten einhegen. * **Versailles als Rechtsbruch** Der Versailler Vertrag werde als historische Zäsur gerahmt. Die Zuweisung der Kriegsschuld an Deutschland habe das klassische Völkerrecht durch einen moralisierenden, totalen Kriegsbegriff ersetzt. ### Einordnung Der Vortrag bietet formale Detailtiefe bei der historischen Nachzeichnung klassischer Friedensverträge. Äußerst problematisch ist jedoch die Einbettung in ein geschichtsrevisionistisches Narrativ: Der Erste Weltkrieg dient als Folie für eine rein deutsche Opfererzählung. Die Übernahme von Carl Schmitts Theorie vom „diskriminierenden Kriegsbegriff“ strukturiert den gesamten Text als neurechten Topos, während der breite historische Konsens zur deutschen Rolle im Ersten Weltkrieg pauschal als unwahr verworfen wird. **Hörwarnung**: Die Episode normalisiert geschichtsrevisionistische Narrative und neurechte Staatsrechtstheorien über eine angebliche deutsche Opferrolle. Nur für die Diskursanalyse relevant. ### Sprecher:innen * **Unbekannter Redner** – Referent beim Verlag Antaios, hält einen völkerrechtshistorischen Vortrag.