Die Episode untersucht die Eigentumsverhältnisse in der Stadt Zürich. Ausgangspunkt ist eine umfangreiche Grundbuchrecherche, die zeigen soll, wer vom angespannten Wohnungsmarkt profitiert. Im Gespräch werde argumentiert, dass Wohnraum zunehmend als Wertanlage betrachtet werde und die gesetzlichen Rahmenbedingungen kapitalstarke Akteure begünstigten. Die steigenden Mieten seien kein Naturgesetz, sondern Ergebnis politischer Entscheidungen und wirtschaftlicher Interessen.

Zentrale Punkte

  • Konzerne als wachsende Profiteure Der Anteil kommerzieller Akteure am Wohnungsbestand nehme stetig zu. Pensionskassen, Banken und Versicherungen nutzten Wohnraum als Anlageobjekt, nicht um Wohnbedürfnisse zu decken. Die UBS besitze allein eine halbe Million Quadratmeter Wohnfläche in Zürich.
  • Mietrecht als strukturelle Bevorzugung Die gesetzliche Regelung zur Nettorendite kopple erlaubte Mieterträge direkt an das eingesetzte Eigenkapital. Wer mehr Kapital habe, dürfe für dieselbe Wohnung höhere Mieten verlangen. Dies begünstige institutionelle Anleger und treibe die Bodenpreise zusätzlich in die Höhe.

Einordnung

Die Episode leistet Aufklärungsarbeit, indem sie konkrete Eigentumsverhältnisse sichtbar macht und die gesetzliche Bevorzugung von Kapitalstärke klar benennt. Der empirische Zugang über das Grundbuch schafft Transparenz in einem intransparenten Markt.

Die Analyse verbleibt jedoch innerhalb einer marktlogischen Rahmung. Dass Unternehmen „Profit generieren müssen“, wird als Sachzwang dargestellt, nicht als veränderbare Organisationsform. Alternative Modelle jenseits von Eigentum und Rendite werden nicht diskutiert. Deutlich wird dies in der Aussage über Firmen: „das sind Firmen, die müssen Profit generieren, das ist ihr Existenzzweck“ (Nina Graf).

Sprecher:innen

  • Dominik Tussek – Moderator, Hörkombinat
  • Elvira Eisenring – Moderatorin, Hörkombinat
  • Nina Graf – Journalistin, WAV Recherchekollektiv
  • Balz Örtli – Journalist, Tsüri