In Erfurt wurden drei Reporter von Apollo News während einer Demonstration des Bündnisses „Widersetzen“ gegen den AfD-Parteitag attackiert. Im Podcast spricht Chefredakteur Max Mannhart über den Vorfall, die politischen Reaktionen und die Auswirkungen auf sein Medium. Gastgeber Dominik Steffens gibt Mannhart viel Raum, das Geschehen aus seiner Sicht zu schildern und politisch einzuordnen. Die Diskussion folgt einer klaren Trennlinie: Ein gewaltbereiter linker Mob werde von etablierten linken Kräften zumindest toleriert, während das eigene Medium sich als widerständig und im Aufwind inszeniere. Politische Gewalt wird dabei ausschließlich im linken Spektrum verortet.

Zentrale Punkte

  • Gewalt als logische Folge der Linken Mannhart behaupte, der Angriff sei nicht spontan, sondern Resultat einer „interventionistischen Linken“, die Gewalt bewusst nicht verurteile und so das Klima für Übergriffe schaffe. Das Bündnis „Widersetzen“ rechtfertige die Tat faktisch.
  • Schweigen als politisches Kalkül Luisa Neubauers fehlende Distanzierung deute Mannhart als Beweis ihrer Abhängigkeit von radikalen Kräften – sie könne sich nicht äußern, weil sie sonst in der linken Szene Verrat begehen würde.
  • Apollo News als Gewinner der Eskalation Trotz der physischen Gefahr für seine Mitarbeiter stelle Mannhart den Vorfall als Mobilisierungserfolg dar. Jeder Angriff mache sein Unternehmen stärker, relevanter und in der Medienlandschaft akzeptierter.
  • Der Staat als Gegenmodell zur linken Bedrohung Der massive Polizeieinsatz in Erfurt wird als Vorbild gelobt; eine Machtdemonstration, die zeige, dass der Staat demokratische Grundrechte durchsetzen könne.

Einordnung

Die Episode funktioniert vor allem als Plattform für Max Mannharts Deutungshoheit über das Ereignis. Der Gastgeber fragt zwar nach, bleibt aber in einem freundschaftlich-solidarischen Modus – kritische Nachfragen zu Mannharts teils pauschalisierenden Aussagen über „die Linke“ oder zu Apollos eigener Rolle im rechten Medienspektrum unterbleiben. Das Format liefert eine authentische Innensicht eines Mediums, das sich als belagerte Bastion inszeniert – was für das Verständnis dieser journalistischen Strömung durchaus aufschlussreich sein kann.

Die Darstellung ruht auf mehreren unhinterfragten Prämissen: Politische Gewalt wird ausschließlich links verortet; Begriffe wie „Mob“, „Fanatiker“ oder „geistesgestörte Sadisten“ rahmen die Gegenseite als irrational und entmenschlicht. Die eigene Verortung im konservativ-rechten Spektrum wird zwar benannt, aber nicht kritisch eingeordnet, ebenso wenig das Spannungsfeld, dass Apollo News auf einer Demo recherchiert, die sich gegen genau jene Partei richtet, deren Aufstieg das Medium nach eigener Aussage journalistisch begleiten will. Das Zitat „Die Antifa, das sind einfach Verrückte“ zeigt, wie die Analyse politischer Motive zugunsten einer Pathologisierung aufgegeben wird (Speaker 2, 00:37). Dass ein massiver Polizeieinsatz unhinterfragt als „das Beste, was für die Demokratie getan wurde“ gilt, ist eine politische Setzung, die in der Diskussion keinerlei Gegenrede erfährt.

Sprecher:innen

  • Max Mannhart – Chefredakteur von Apollo News
  • Dominik Steffens – Host des Podcasts „Based“ und befragender Journalist