1. Umstände des Abschieds aus dem aktiven Dienst

Kay-Achim Schönbach gibt an, sein Rücktritt als Inspekteur der Marine sei nicht auf Druck der damaligen Verteidigungsministerin Lambrecht, sondern durch Kräfte innerhalb des Systems erfolgt, die die Ministerin pressetechnisch hätten „retten“ müssen. Er betont, er sehe sich nicht als Opfer, kritisiert jedoch, dass Vorgesetzte aus Angst vor medialer Mitverantwortung ihre Kameradschaftspflicht verletzt hätten.

2. Rechtfertigung der Indien-Aussagen

Zu seinen umstrittenen Aussagen in Indien vor dem Ukraine-Krieg erklärt Schönbach, er habe lediglich eine „militärische Lagefeststellung“ getroffen, wonach die Krim nicht an die Ukraine zurückgegeben werde. Seine Äußerung bezüglich Wladimir Putin, dieser verdiene Respekt, sei als diplomatisches Angebot zur Deeskalation („low cost“) gemeint gewesen, nicht als persönliche Wertschätzung des russischen Präsidenten.

3. Kritik am aktuellen sicherheitspolitischen Kurs

Schönbach warnt vor einem „deutschen Sonderweg“ und einem „radikal militaristischen“ Diskurs. Er äußert die Sorge, dass Deutschland rhetorisch eskaliere, ohne die militärischen Fähigkeiten zu besitzen, einen solchen Konflikt zu bestehen. Er fordert, „Maß und Mitte“ zu halten und sich verstärkt auf vitale nationale Interessen zu konzentrieren, anstatt sich hinter supranationalen Organisationen zu verstecken.

4. Bewertung der „Brandmauer“ und politische Zukunft

Die sogenannte „Brandmauer“ zur AfD bezeichnet Schönbach als ein von linken und grünen Kräften geschaffenes Instrument, um die Union daran zu hindern, eine konservative Politik zu betreiben. Er äußert Sympathie für die AfD als notwendige Opposition im Sinne eines „institutionalisierten Zweifels“. Eine Mitwirkung in einer Regierungskonstellation unter Beteiligung der AfD schließt er für sich nicht aus, sofern dies dazu diene, die Situation des Landes zu verbessern.