Der vorliegende Beitrag aus dem "Verfassungsblog" widmet sich einem strukturellen Problem im akademischen Raum: den sogenannten "Manels", also Podiumsdiskussionen, die ausschließlich mit Männern besetzt sind. Die verfassende Person nimmt eine geplante Veranstaltung der Universität Zypern zu britischen Militärbasen als Aufhänger. Obwohl es mit Dr. Nasia Hadjigeorgiou eine hochgradig qualifizierte Expertin vor Ort gibt, wurde diese nicht eingeladen. Das entlarvt die oft bemühte Ausrede, es seien "keine Frauen verfügbar" gewesen, als Schutzbehauptung. Der Ausschluss basiere auf engen Netzwerken und Vorurteilen. Die Argumentation stützt sich auf Daten von UN Women und den Open Society Foundations. Der Text kritisiert, dass männliche Expertise institutionell als Standard und weibliche als Ausnahme behandelt wird. Auch der Versuch, Manels durch weibliche Moderation auszugleichen, wird abgetan: "Moderation ist keine Partizipation." Echte Inklusion erfordert die Teilnahme an der Wissensproduktion. Die klare Botschaft lautet: "Die anhaltende Normalisierung reiner Männerpanels ist in Umgebungen, die vorgeben, Gleichstellung, Expertise und intellektuelle Integrität zu schätzen, nicht länger vertretbar." ## Einordnung Der Text nutzt eine feministisch-institutionelle Perspektive, die rein männliche Panels konsequent auf eine strukturelle Ebene hebt. Er beleuchtet die Machtdynamiken hinter der Vergabe von Sichtbarkeit. Dabei antizipiert die Autorenschaft Abwehrreaktionen und entkräftet sie. Das Framing fokussiert sich auf intellektuelle Vielfalt: Der Ausschluss von Frauen wird als qualitativer Verlust für den akademischen Austausch gerahmt. Auffällig ist, dass sich die Analyse rein auf das binäre Geschlechtersystem beschränkt; intersektionale Aspekte bleiben außen vor. Der Beitrag greift eine zentrale Debatte um Repräsentanz auf. Er ist eine Leseempfehlung für Akademiker:innen und Veranstaltungsplaner:innen. Der Text übt präzise Kritik und fordert durch den Verweis auf Boykott-Strategien zu einem aktiven Umdenken auf.