## Kleine Anfrage AfD - Rekrutierung und Instrumentalisierung Minderjähriger im Kontext arbeitsteiliger organisierter Kriminalität - 18.02.2026 Die Antwort der Bundesregierung steht noch aus. **ZUSAMMENFASSUNG** Die AfD-Fraktion thematisiert in dieser Kleinen Anfrage die Rolle von Kindern und Jugendlichen in der Organisierten Kriminalität (OK). Anlass sind Berichte, wonach kriminelle Netzwerke zunehmend arbeitsteilig vorgehen und gezielt Minderjährige – teils unterhalb der Strafmündigkeitsgrenze von 14 Jahren – als Kuriere, Drogenhändler oder für Gewalttaten einsetzen, um eigene strafrechtliche Risiken zu minimieren. Die Fraktion fragt die Bundesregierung nach konkreten Fallzahlen seit 2020, detailliert aufgeschlüsselt nach Altersgruppen. Zudem will sie wissen, über welche Kanäle, etwa soziale Medien oder familiäre Bindungen, die Anwerbung läuft und wie Strafverfolgungsbehörden methodisch auf diese Verschleierungstaktik reagieren. Auch der Opferschutz der missbrauchten Kinder, bundeseinheitliche Erfassungsstandards sowie staatliche Präventionsmaßnahmen werden erfragt. **ANALYSE** Die Anfrage ist sprachlich und konzeptionell streng sachlich gehalten. Auffällig ist der völlige Verzicht auf offene ausländerfeindliche Rhetorik oder den Begriff der "Clankriminalität", die sonst Standard bei AfD-Vorstößen zur inneren Sicherheit sind. Stattdessen wählt die Fraktion ein hochprofessionelles, kriminologisches Framing. Dennoch offenbart die Struktur eine klare strategische Zielsetzung: Der starke Fokus auf die Altersgruppe der unter 14-Jährigen dient dazu, das Narrativ von systematisch eingesetzten, strafunmündigen Intensivtätern statistisch zu unterfüttern. Dies bereitet argumentativ eine zentrale Law-and-Order-Forderung der extremen Rechten vor – die generelle Absenkung des Strafmündigkeitsalters in Deutschland. Die beiläufige Frage nach "familiären Bindungen" bei der Rekrutierung fungiert dabei als Dog Whistle, um das Thema nach Vorliegen der Zahlen nahtlos an Debatten über migrantische Großfamilien anknüpfen zu können. Sachlich greift die AfD hier allerdings ein reales und relevantes Problem auf, das von Kriminologen und Sicherheitsbehörden tatsächlich mit Sorge beobachtet wird. Der Erkenntnisgewinn der detailreichen Fragen dürfte hoch sein. Indem die Fraktion proaktiv nach Ausstiegsperspektiven und der Rolle der Kinder als Ausbeutungsopfer fragt, inszeniert sie sich taktisch klug als fürsorgliche Rechtsstaatspartei. Die Anfrage ist ein Paradebeispiel für selektive Sachlichkeit: Reale kriminalistische Phänomene werden präzise abgefragt, um eine valide Datenbasis für spätere, grundrechtsverschärfende Kampagnen zu schaffen.