Zusammenfassung
Die Bundesregierung antwortet auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion zu Sprengungen von Geldautomaten in Deutschland (2005–2025). Für 2024 werden 269 Vorfälle gemeldet, mit besonders hohen Fallzahlen in Berlin (44) und Nordrhein-Westfalen (44). Im Jahr 2024 konnten 103 Tatverdächtige ermittelt werden, davon 75,7 % (78 Personen) mit nichtdeutscher Staatsangehörigkeit – darunter 60,2 % Niederländer und 14,8 % Moldauer. Bei den besonders schweren Diebstahlsfällen (§ 243 StGB) lag der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger 2024 bei 42,3 %, in der Kategorie Automatenbruch bei 34,6 %. Bei § 308 StGB (Sprengstoffexplosion) waren 33,3 % der Tatverdächtigen nichtdeutsch – hier dominierten Niederländer (11,9 %), gefolgt von Marokkanern (1,6 %) und Türken (1,1 %). Die Beutesumme 2024 belief sich auf etwa 13,4 Mio. Euro.
Einordnung
Die Antwort der Bundesregierung folgt dem Trend früherer Anfragen der AfD zu Kriminalitätsthemen und nutzt sachliche Daten, um die Lage zu beschreiben – allerdings ohne kontextuelle Einordnung oder Präventionsstrategien. Auffällig ist die hohe prozentuale Nennung niederländischer Tatverdächtiger, die in keinem direkten Bezug zur Häufigkeit der Delikte pro Bundesland steht. Möglicherweise könnte hier ein gezieltes Framing vorliegen, das bestimmte Nationalitäten überproportional hervorhebt. Die Bereitstellung detaillierter Statistiken entspricht zwar dem demokratischen Transparenzgebot, doch die gezielte Fragestellung nach marokkanischen und niederländischen Staatsangehörigen könnte als Fokussierung auf migrationsspezifische Kriminalität interpretiert werden. Die Antwort vermeidet Wertungen, liefert aber Daten, die von rechtspopulistischen Narrativen instrumentalisiert werden könnten.