Maximilian Tichy empfängt den 90-jährigen Medienunternehmer, Verleger und früheren FDP-Politiker Helmut Markwort in dessen Münchner Garten zu einem Sommerinterview für das alternative Portal „Tichys Einblick“. Im Gespräch blicken die beiden auf Markworts Lebensleistung, die deutsche Medienlandschaft, politische Entwicklungen und die Verfasstheit des Landes. Dabei dominiert eine dezidiert system- und medienkritische Perspektive.

1. Medienkrise und Klick-Journalismus

Es gäbe eine massive Konzentration der Medienmacht und einen verhängnisvollen Trend zu reißerischem Klick-Journalismus im Netz. Helmut Markwort führte dazu aus: „Alle, die im Netz sind, sind Klick getrieben. Da können Sie FAZ nehmen, Süddeutsche, Focus, Spiegel, die sind alle deutlich reiserischer als die Printmagazine.“ Die großen Medien hätten an Vielfalt und Tiefe verloren, weshalb eine flächendeckende Verengung der publizistischen Landschaft zu beobachten sei.

2. Kritik am öffentlich-rechtlichen Rundfunk

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk sei „grün, links, versifft“ und spiegele keineswegs die Realität der Bevölkerung wider. Markwort begründete dies mit historischen und aktuellen internen Umfragen unter Volontären, die eine deutliche Schlagseite nach links offenbaren würden. Er äußerte die Ansicht: „Wenn ich mir aber den Blätterwald heute anschaue, auch den privaten... dann habe ich das Gefühl, dass sie extrem gleichförmig geworden sind.“ Reformversuche im Parlament seien zudem an der geschlossenen Blockadehaltung der etablierten Parteien gescheitert.

3. Sicherheitslage und Islamismus

Es gäbe eine gefährliche Verharmlosung des Islamismus in Politik und Medien, welche die realen Gefahren für die innere Sicherheit ignoriere. Markwort stützte sich dabei auf offizielle Statistiken: „Laut BKA haben wir in Deutschland 492 Gefährder... aber von diesen 492 Gefährdern sind 410 aus der islamistischen Welt.“ Die Medien würden dieses Thema ähnlich wie die Migrationskrise aus Angst vor Stigmatisierung jahrelang verdrängen, bis die Probleme unübersehbar würden.

4. Das Menschenbild der SPD und das Feindbild Wirtschaft

Die SPD vertrete ein von Neid und Ressentiments geprägtes Menschenbild, das erfolgreiche Unternehmer:innen attackiere und Leistung bestrafe. Markwort kritisierte führende Sozialdemokraten scharf mit den Worten: „Die Frau Bas sieht ihre Gegner in Unternehmern... mit Maßanzügen... Diese Sozialdemokraten haben ein Feindbild Neid getrieben gegen Reiche, gegen erfolgreiche Leute.“ Diese Haltung trage maßgeblich zur wirtschaftlichen Stagnation und zur Krise des Standorts Deutschland bei.

5. Neubewertung der Brandmauer und Umgang mit der AfD

Der Begriff der „Brandmauer“ sei ein „alberner lächerlicher Begriff“, und eine sachbezogene Zusammenarbeit auf kommunaler oder Landesebene müsse möglich sein. Markwort konstatierte dazu: „Diese Brandmauer... wird im Osten fallen, die fällt nicht im Bundestag... Die Bildungsthemen, die Kommunalpolitischen Themen, wo soll ein Zebrastreifen hin, das kann man doch mit den AFD Leuten machen, das sind ja unsere Wähler.“ Gleichzeitig zeigte er sich untröstlich darüber, dass zahlreiche frühere FDP-Wähler:innen zur AfD abgewandert seien.

6. Zukunft der FDP und des Liberalismus

Deutschland benötige dringend eine starke liberale Kraft, und er setze große Hoffnungen auf ein Comeback der FDP unter Wolfgang Kubicki. Markwort betonte seinen unerschütterlichen Optimismus: „Ich treffe jeden Tag Leute, die sagen, wir brauchen wieder eine liberale Partei. Und ich bin sehr hoffnungsvoll, dass der Wolfgang Kubiki... den Schwung bringt.“ Trotz schlechter Umfragewerte und wirtschaftlicher Krisen blicke er zuversichtlich nach vorne.