Im „Presseclub“ von WDR 5 diskutieren Journalist:innen und Fachleute, wie Trumps Iran-Krieg die USA vor den Midterms belastet und was Europa erwarten kann. Die Runde gibt wieder, Trump habe den Krieg begonnen, der als Fünf-Tage-Krieg geplant gewesen sei; die steigenden Energiepreise gälten als wahlentscheidend. Europa erscheine als Zuschauerin, die nach eigenen Hebeln sucht.

Zentrale Punkte

  • Trumps Iran-Krieg als Wahlnachteil
    Laut Fischer und Münstermann habe Trump den Iran-Krieg begonnen, der nach 165 Tagen nicht als Sieg gelte. Die hohen Benzinpreise könnten die Republikaner vor den Midterms belasten; Trump versuche nur noch, das Gesicht zu wahren.
  • Europa: Bündnistreue trotz Ohnmacht
    Laut Schiltz sei die NATO-Bündnistreue der USA intakt, Artikel 5 stehe nicht infrage. Zugleich beschreibe er Brüssel als machtlos und überrascht vom Kriegskurs; Europa suche Hebel für die Ukraine.

Einordnung

Die Runde liefert dichte Beobachtungen aus den USA, Brüssel und Berlin, benennt Themen wie die Modernisierung des Nuklearschirms. Die Diskussion bleibt einem transatlantischen Blick verhaftet: Die NATO gilt als unhinterfragte Sicherheitsgarantie, Kriegskosten vor allem als Wahlproblem, nicht als humanitäre Frage. Schiltz‘ Aussage, Trump sei „wie ein kleines Kind“, zeigt die Tendenz zur Personalisierung.

Hörempfehlung: Für alle, die die transatlantische Lage vor den US-Zwischenwahlen kompakt und mit mehreren Perspektiven einordnen wollen.

Sprecher:innen

  • Andrew B. Denison – Direktor Transatlantic Networks
  • Klemens Fischer – Professor für Internationale Beziehungen, Universität zu Köln
  • Kerstin Münstermann – Leiterin Parlamentsredaktion, Rheinische Post
  • Christoph B. Schiltz – Brüssel-Korrespondent, WELT
  • Moderatorin – Moderation der Runde