Der Autor – ein mit Wachstumsdebatten vertrauter Ökonom – greift seine frühere nichttechnische Erklärung des „US-Europa-Paradoxons“ auf und liefert ein formales Zwei-Länder-Modell. Sein Argument: Seit 2000 wächst das US-BIP in konstanten Preisen schneller als das europäische, aber kaufkraftbereinigt zeigt sich kein Unterschied. Das liegt an der Konzentration des Tech-Sektors mit hohem Produktivitätswachstum in den USA. Im Modell wird dadurch das reale BIP-Wachstum der USA höher gemessen, während nominales BIP und Reallöhne in beiden Ländern gleich bleiben. Er spitzt zu: „US dominance in tech leads to higher measured growth ... but not to a divergence in relative GDP or living standards.“ Die Löhne steigen beidseitig im gleichen Tempo, so dass die oft beschworene europäische Niedergangserzählung statistisch nicht haltbar ist.

Einordnung

Das Modell ist stark vereinfacht: Es betrachtet nur Arbeit als Faktor, handelbare Güter und blendet Verteilungsfragen sowie Kapitaleinkommen aus. Es folgt neoklassischer Handelslogik, die strukturelle Machtgefälle und re