In Sachsen-Anhalt schließen sich Kultureinrichtungen zusammen, um sich gegen die Ankündigung einer "patriotischen Kulturpolitik" durch die AfD zu positionieren. Das Gespräch mit der Direktorin des Kunstmuseums Magdeburg, Annegret Laabs, skizziert das Bedrohungsszenario, das viele Kulturschaffende mit einem möglichen Regierungseintritt der Partei verbinden. Im Zentrum steht dabei die Sorge, dass politische Vorgaben künstlerische Freiheit ersetzen und der Staat als Zensurapparat wirken könnte. Als gemeinsame Antwort wird eine Vernetzung der Szene präsentiert, die sich einer nationalistischen Vereinnahmung von Kultur widersetzen soll.

Zentrale Punkte

  • Kunstfreiheit als konkretes Risiko Annegret Laabs schildere, dass die AfD vorgäbe, eine angebliche "Identitätsstörung" des Landes heilen zu müssen. Im Falle einer Regierungsbeteiligung seien besonders geförderte Häuser gefährdet, da dann mit Auflagen zu rechnen sei, die eine freie Programmgestaltung faktisch unmöglich machen würden.
  • Geschlossene Gegenwehr als Strategie Laabs sehe die größte Gefahr in der Spaltung der Kulturszene durch rechte Kräfte. Die gemeinsame Erklärung vieler Einrichtungen unter dem Slogan "Kultur ist Vielfalt und Heimat" sei deshalb der Versuch, die Einigkeit zu demonstrieren und jenen Kulturschaffenden Rückhalt zu geben, die sich aus Sorge um ihre Finanzierung eigentlich neutral verhalten müssten.

Einordnung

Das Gespräch vermittelt ein authentisches Stimmungsbild aus der Kulturarbeit und macht die konkreten Ängste vor einer politischen Gängelung nachvollziehbar. Die Moderatorin spricht das grundsätzliche Problem prekärer Arbeitsverhältnisse in der freien Kunstszene an, das unabhängig von der AfD existiert, und erweitert damit die Diskussion um eine wichtige strukturelle Dimension.

Die ökonomische Notwendigkeit von Kunst wird hauptsächlich mit dem historischen Mäzenatentum begründet, weniger mit ihrer gesellschaftlichen Funktion, was die staatliche Förderung etwas beliebig erscheinen lässt. Die wiederholte Annahme, dass die für das Gespräch zentrale Vernetzung eine "starke Macht" und ein Gegenpol zur Politik sei, bleibt in ihrer konkreten Wirkung blass. Das Gesetz wird als Erfolg verbucht, obwohl es keine finanziellen Verbesserungen garantiert. Die Perspektive derjenigen, die der AfD nahestehen und deren Kulturverständnis der Anlass des Gesprächs ist, wird nicht eingeholt, was eine argumentative Auseinandersetzung mit dem eigentlichen politischen Gegenüber ersetzt durch die Beschwörung des eigenen Zusammenhalts.

Hörempfehlung: Für Hörer:innen, die einen Einblick in die Stimmungslage und Selbstverständigung von Kultureinrichtungen angesichts rechter Kulturkampfansagen suchen, bietet die kurze Episode eine konkrete lokale Perspektive.

Sprecher:innen

  • Annegret Laabs – Direktorin des Kunstmuseums Magdeburg
  • Radio Corax Moderation – Tagesaktuelle Redaktion des Freien Radios