**NIUS konstruiert eine direkte Kausalkette von staatlicher Kulturförderung zu physischen Terroranschlägen.** Mit einer groß angelegten „Exklusiv-Recherche“ versuchte die Redaktion gestern, den deutschen Staat nicht mehr nur als unfähig, sondern als aktiven Sponsor von „Linksterrorismus“ zu brandmarken. Die Reporter Jan Karon und Jens Winter präsentierten ihre Infiltration eines Treffens in der Schweiz, bei dem Mitglieder des "çapulcu-Kollektivs“ referierten. Der eigentliche Frame, den Julian Reichelt und Moderator Andreas Dorfmann daraus ableiteten, basierte jedoch auf einer gewagten Assoziationskette: Da die Saboteure der „Vulkangruppe“ ähnliche Begriffe nutzten wie das Kollektiv und das Kollektiv Bücher im „Unrast Verlag“ publiziere, der wiederum Preisgelder vom Kulturstaatsministerium (Claudia Roth) erhielt, finanziere der Staat seinen eigenen Untergang. NIUS prägte hierfür den Begriff der „suizidalen Förderpolitik“. Die Sendung suggerierte, dass Steuergelder faktisch für Anleitungen zum Bombenbau und zur Zerstörung der Infrastruktur flössen, und blendete dabei aus, dass Verlagspreise in der Regel für das kulturelle Gesamtwerk und nicht für spezifische, strafrechtlich relevante Handlungsanweisungen vergeben werden. Parallel dazu erhob Julian Reichelt den Konflikt mit dem schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Daniel Günther (CDU) zur historischen Staatskrise. In einer Sondersendung mit dem Medienanwalt Joachim Steinhöfel rief der Chefredakteur eine „Spiegel-Affäre 2.0“ aus. Reichelt inszenierte sich als letztes Bollwerk der Freiheit gegen einen übergriffigen Staat, der Kritiker zu „Feinden“ erkläre. Steinhöfel kündigte juristische Schritte an und argumentierte, Günther habe seine Neutralitätspflicht als Amtsträger verletzt. Die Rhetorik entfernte sich dabei weit von einer juristischen Auseinandersetzung: Günther wurde als „Brandstifter im Biedermann-Kostüm“ bezeichnet, der einen „Krieg gegen die Presse“ führe. Diese Täter-Opfer-Umkehr dient dazu, jegliche politische Kritik an der Desinformation des Senders präventiv als verfassungswidrigen Akt der Zensur zu delegitimieren. Abseits der großen innenpolitischen Kampagnen bediente NIUS gestern gezielt rassistische und kulturkämpferische Ressentiments. In einem Beitrag zur Diversitätsstrategie der Bundesregierung warnte eine Sprecherin vor der „Benachteiligung von deutschen Männern“ und raunte von einer Abkehr des Leistungsprinzips. Noch perfider agierte der Kanal beim Thema Iran: Die „Iran-Expertin“ Ada und Ulrich Vosgerau bauten ein psychologisches Hilfskonstrukt, um dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk eine Sympathie für das Mullah-Regime zu unterstellen. Vosgeraus These: Die deutsche Linke (und damit laut NIUS die ARD-Redaktionen) trauere noch immer dem 1967 bei Anti-Schah-Protesten erschossenen Benno Ohnesorg nach und verweigere deshalb die Solidarität mit der heutigen, pro-monarchischen Opposition. Diese wilde historische Herleitung diente einzig dazu, „Linke“ pauschal als Freunde von Islamisten zu markieren. ### Begriffe & Frames des Tages: * **Suizidale Förderpolitik** > „Das zeigt natürlich auch so ein bisschen die suizidale Förderpolitik dieses Staates, denn wenn wir jetzt anfangen, Bücher zu prämieren, die am Ende die kritische Infrastruktur lahmlegen [...] dann arbeiten wir an einem System, das uns eigentlich bekämpfen will.“ Dieser Frame deutet staatliche Kulturförderung für linke oder alternative Verlage in eine direkte Finanzierung von Terrorismus um. Er dient dazu, die Streichung sämtlicher Gelder für die Zivilgesellschaft („NGO-Sumpf“) zu legitimieren, indem er Kulturarbeit kriminalisiert. * **Spiegel-Affäre 2.0** > „Das hier ist Spiegelaffäre 2.0 des digitalen Zeitalters [...] Es ist die Sprache der DDR.“ Julian Reichelt setzt die Kritik eines Ministerpräsidenten an seinem Portal mit der Verhaftung von Rudolf Augstein 1962 gleich. Diese historische Überhöhung soll NIUS den Anschein eines staatstragenden, investigativen Mediums geben und Kritik als totalitären Akt („DDR-Mindset“) framen. * **Linkes Mullah-Trauma (1967)** > „Die heutige deutsche Linke [...] hat ein Gründungsdatum [...] 2. Juni 1967 [...] Deswegen wäre eine Rückkehr des Schahs nach Iran eine unglaubliche Kränkung für die deutsche Linke.“ Ein pseudopsychologischer Frame von Ulrich Vosgerau. Er behauptet, Journalisten und Linke würden Menschenrechtsverletzungen im Iran ignorieren, um ihr eigenes historisches Selbstverständnis (Anti-Schah-Proteste) nicht zu gefährden. Ziel ist die Markierung des politischen Gegners als heimlicher Verbündeter islamistischer Diktaturen. ### Relevante Beiträge * **So geht NIUS jetzt gegen Daniel Günther vor | NIUS Live am Abend** `18:04 | 12.01.2026 | 59:30 min` Die Hauptsendung bündelt die Kampagnen: Karon und Dorfmann verknüpfen den „Unrast Verlag“ mit Terroranschlägen („Linker Terror mit Steuergeld“). Vosgerau und Dorfmann attackieren Daniel Günther und deuten dessen Medienkritik in verfassungsfeindliche Zensur um. Zudem wird das Narrativ der „Mullah-freundlichen Linken“ etabliert. [Link](https://www.youtube.com/watch?v=DIK5n4wFBQo) * **Medienanwalt Steinhöfel warnt: „Ohne Meinungsfreiheit sind wir alle Sklaven“** `15:00 | 12.01.2026 | 17:50 min` Reichelt und Steinhöfel dramatisieren den Konflikt mit Günther. Reichelt spricht von einem „historischen Moment“ und vergleicht die Situation mit der DDR und der Spiegel-Affäre. Der Staat wird als Feind des Bürgers definiert, der Grundrechte aktiv bekämpft. [Link](https://www.youtube.com/watch?v=3zN-J4qeG1o) * **NIUS exklusiv – So wird linker Terror geplant** `19:00 | 12.01.2026 | 17:01 min` Auskopplung der „Recherche“. Jan Karon konstruiert über Textanalysen und Buchveröffentlichungen eine Verbindung zwischen einem Verlag und Anschlägen auf Strommasten. Der Fokus liegt auf der Forderung, staatliche Förderungen zu stoppen. [Link](https://www.youtube.com/watch?v=kv2mhH_r9NI) * **Bundesverwaltung soll „vielfältiger“ werden** `14:00 | 12.01.2026 | 01:00 min` Klassischer Kulturkampf-Clip. Die Diversity-Strategie der Regierung wird als Diskriminierungsprogramm gegen „deutsche Männer“ geframt und als Abkehr vom Leistungsprinzip dargestellt. [Link](https://www.youtube.com/watch?v=cmRcmpDTAWY) * **Julian Reichelt zu den schweren Vorwürfen gegen Kuntz** `06:43 | 12.01.2026 | 01:38 min` Reichelt verteidigt Stefan Kuntz gegen Vorwürfe sexueller Belästigung. Er diskreditiert anonyme Aussagen als „vollkommen unbelegt“ und wirft dem HSV-Aufsichtsrat Lügen vor. Frame: Die bloße Anschuldigung vernichtet Männerleben („Leben eines Menschen zu vernichten“). [Link](https://www.youtube.com/watch?v=CZHIaT3f3iA)