**Nius festigte gestern das Narrativ einer ideologischen Verschwörung im ZDF und nutzte die medienpolitischen Vorstöße von Friedrich Merz, um den Bundeskanzler als „entkoppelten“ Akteur einer untergegangenen Medienwelt darzustellen.** Am gestrigen Donnerstag trieb Julian Reichelt die Kampagne gegen das ZDF in eine neue Phase der Personalisierung. Nachdem am Vortag bereits der Vergleich mit den „Hitler-Tagebüchern“ etabliert wurde, konzentrierte sich die Redaktion nun auf ein Treffen der stellvertretenden ZDF-Chefredakteurin Anne Gellinek mit dem Blogger Thomas Laschyk („Volksverpetzer“). Reichelt und Max Thoma behaupteten, das ZDF lasse sich von „Antifa-Ponnys“ und „Linksextremisten“ coachen, um journalistische Fakten durch „Emotionalisierung“ zu ersetzen. Durch diese Erzählung wird der redaktionelle Fehler beim Einsatz von KI-Bildern nicht mehr nur als handwerklicher Mangel, sondern als Resultat einer gezielten politisch-ideologischen Indoktrination gerahmt. Dunja Hayali wurde dabei direkt angegriffen; Reichelt unterstellte ihr, sie lüge über ihre Beteiligung an dem Beitrag, da ihre Anmoderation exakt auf die „gefälschten“ Szenen zugeschnitten gewesen sei. Gleichzeitig geriet Friedrich Merz massiv unter Beschuss, nachdem er ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige und eine Klarnamenpflicht im Internet forderte. Julius Böhm und Julian Reichelt deuteten dies als „Angriff auf Artikel 5 des Grundgesetzes“ um. Sie behaupteten, Merz wolle die „alte Medienwelt“ der Einwegkommunikation zurückerzwingen, weil er auf Social Media „chancenlos“ sei. Das Narrativ ist klar: Der „Wortbruch-Kanzler“ Merz fürchtet die digitale Demokratisierung, weil diese seine Widersprüche durch Videoclips unmittelbar entlarvt. In der Energiepolitik wurde Merz’ Aussage, die Energiewende bringe Deutschland „um“, zwar inhaltlich als „richtig“ bestätigt, jedoch sofort als inkonsequent entwertet. Reichelt forderte die „totale Abkehr“ und den „Schrotthaufen der Geschichte“, womit er Merz’ Kurs als bloße „sanfte Korrektur“ eines „sozialistischen“ Systems lächerlich machte. In der Abendberichterstattung diente die Festnahme von Prinz Andrew im Kontext des Epstein-Skandals als Steilvorlage für eine Elitenkritik. Der Staatsrechtler Ulrich Vosgerau fungierte hierbei als Stichwortgeber, der den Skandal als „Verrat von Geheimnissen“ und Korruption innerhalb der Monarchie interpretierte. Auffällig war die parallele Behandlung der Umfrageergebnisse des „Deutschland-Monitors“. Vosgerau verharmloste die dort dokumentierte Sehnsucht nach einer „starken Hand“ oder einer Einheitspartei als harmloses „Wirtshaus-Gerede“ und „Fangfragen“. Er drehte den Spieß um und behauptete, nicht die antidemokratischen Einstellungen seien das Problem, sondern die „öffentlich-rechtlichen Sorgenfalten“ und die „Erziehungsversuche“ durch NGOs, die den Bürgern das Denken vorschreiben wollten. Damit schloss sich der Kreis zur ZDF-Kampagne: Der Bürger wird als Opfer einer manipulativen Medien-Elite inszeniert. ### Begriffe & Frames des Tages: * **„Antifa-Ponnys“ / „Linksextremistischer Code“** > „Da muss man sich wirklich nur das Frisurenfoto von der einen Volksverpetzerin anschauen, und ich weiß, das ist eine Linksextremistin. Das ist ein eindeutiger Code.“ Julian Reichelt nutzt physiognomische Merkmale und abwertende Bezeichnungen, um journalistische Gesprächspartner des ZDF als extremistisch zu stigmatisieren. Damit wird jede Kooperation des ÖRR mit zivilgesellschaftlichen Akteuren als Beleg für eine linksextreme Unterwanderung umgedeutet. * **„Klarnamen-Block“ / „Login-Pflicht für Meinungsäußerung“** > „Eigentlich möchte er die alte Medienwelt zurück, die eindimensional war. [...] Das ist die Medienwelt von Friedrich Merz.“ Nius framt die Forderung nach Identitätsnachweisen im Netz als totalitäre Überwachung und Angriff auf die Grundrechte. Es wird die falsche Dichotomie aufgemacht, dass Merz entweder das Internet verbieten oder die Bürger unter Generalverdacht stellen will. * **„Schrotthaufen der Weltgeschichte“** > „Die Energiewende [...] gehört auf den Schrotthaufen der Weltgeschichte als eine neue, anders formulierte Form des Sozialismus.“ Julian Reichelt radikalisiert die Kritik an der Energiepolitik, indem er sie sprachlich mit dem Scheitern des Staatssozialismus gleichsetzt. Jede Form der politischen Steuerung wird hier als „tödlich“ für die Volkswirtschaft markiert. ### Relevante Beiträge * **KI-Skandal im ZDF: Dunja Hayali wusste angeblich von nichts! | NIUS Live vom 18.02.2026** `10:00 | 19.02.2026 | 10:48 min` Julian Reichelt und Max Thoma analysieren das Treffen zwischen Anne Gellinek und Thomas Laschyk. Sie unterstellen dem ZDF, journalistische Standards bewusst für eine „linke Kampfansage“ gegen Donald Trump geopfert zu haben. [Link](https://www.youtube.com/watch?v=QMFZLP6vkdo) * **Social Media: Kanzler Merz will wissen, wer sich online „zu Wort meldet“ | NIUS Live vom 19.02.2026** `13:04 | 19.02.2026 | 23:44 min` Eine Generalabrechnung mit der Medienpolitik von Friedrich Merz. Nius positioniert sich als Verteidiger des Grundgesetzes gegen einen Kanzler, der angeblich die „Demokratisierung der Medien“ durch Social Media hasst. [Link](https://www.youtube.com/watch?v=xxW9bxiTOzA) * **„Das gehört auf den Schrotthaufen der Geschichte“ #nius #niuslive #energiewende** `16:30 | 19.02.2026 | 02:00 min` Ein Clip, in dem Julian Reichelt Friedrich Merz’ Kritik an der Energiewende als unzureichend brandmarkt und die vollständige Abschaffung aller klimapolitischen Maßnahmen fordert. [Link](https://www.youtube.com/watch?v=SQMpcv0e8H8) * **🎙️Epstein-Skandal: Ex-Prinz Andrew an 66. Geburtstag verhaftet | NIUS Live am Abend vom 19.02.26** `18:07 | 19.02.2026 | 30:15 min` Andreas Dorfmann und Ulrich Vosgerau diskutieren die Festnahme von Prinz Andrew. Die Sendung wird genutzt, um Misstrauen gegen „das Gesetz“ und „Königshäuser“ zu säen und gleichzeitig Umfragen zu autoritären Einstellungen in Deutschland zu relativieren. [Link](https://www.youtube.com/watch?v=MuUrfnFBgiQ) * **München förderte linksextremes Zentrum mit 2.580 Euro Steuergeld** `16:01 | 19.02.2026 | 01:21 min` Eine Sprecherin verknüpft eine Anschlagsserie in München mit einem Hausprojekt („Ligsalz 8“), das von der Stadt geringfügig gefördert wurde. Klassisches Kontaktschuld-Framing, um städtische Ausgaben als Terrorfinanzierung zu markieren. [Link](https://www.youtube.com/watch?v=BGrBEqfmGi0)