CDU und CSU in der Defensive: Merz, die Wirtschaft und die AfD

Am Freitag dominierten bei NIUS drei zentrale Kampagnenstränge: die Dämonisierung von Friedrich Merz als „Anti-Unternehmer-Kanzler“, die Kampagne gegen die CDU/CSU als „Brandmauer-Fetischisten“ und die Hetze gegen Islamisten als „Islamismus-Armee“. Parallel wurden Klimakampagnen der Bundesregierung als „Absurdität“ dargestellt und der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk für eine „Trump-Bashing-Priorisierung“ kritisiert. Die AfD fungierte dabei als Stichwortgeber für rechte Diskurse, während Medien und Wissenschaft pauschal als „links-grüne Elite“ denunziert wurden.


Friedrich Merz, einst als „Wirtschaftsliberaler“ inszeniert, wird bei NIUS nun als „antikapitalistischer Phrasenkanzler“ dargestellt, der „mit dem Backpfeifen-Regierungstil“ gegen Unternehmer und Bürger agiere. Diese Opferrolle der CDU wird dabei systematisch genutzt, um Merz als „Sündenbock“ für die wirtschaftliche Krise darzustellen. Gleichzeitig wird die SPD als „nebenbei noch Dinge wie ‚gerechte Verteilung‘ verlangende Partei“ diffamiert – ein Frame, der sozialpolitische Debatten auf „Neid-Diskussionen“ reduziert.

Der Kommentar von Alexander Kissler („Merz ist der Kanzler der Backpfeifen“) nutzt dabei eine klassische Kulturkampf-Rhetorik: Merz wird als „Opfer der eigenen Partei“ dargestellt, während die CDU selbst als „zerstörerische Kraft“ inszeniert wird, die „ihre natürlichen Verbündeten (Unternehmer) verprellt“. Die „Arroganz des Kanzlers“ (Zitat: „Ich treffe am Sonntag mehr auf dem Golfplatz als abends in den Talkshows“) wird dabei als „Symbol für den Bruch zwischen CDU und Wirtschaft“ genutzt – ein Frame, der direkt an die rechte Erzählung vom „Volk gegen die Elite“ anschließt.

„Wir haben Grund Buße zu tun“ – der CSU-Sündenfall mit der AfD-Ehrenmedaille

Die „Brandmauer“-Rhetorik der Union wird bei NIUS als „Heuchelei“ entlarvt: Ein CSU-gesteuerter Bezirksrat verleiht die Ehrenmedaille an den AfD-Politiker Michael Genniges, der sich für „deutsch-israelische Beziehungen“ einsetzt – ein Schritt, der bei NIUS als „Symbol für den Untergang der CSU“ dargestellt wird. Der Artikel („CSU ganz bedröppelt, weil sie AfD-Politiker ausgezeichnet hat“) nutzt dabei eine doppelte Strategie:

  1. Moralische Empörung: Die „Widersprüchlichkeit“ (Genniges gegen Antisemitismus, aber in der AfD) wird als „Skandal“ dargestellt.
  2. Opferrolle der CSU: Der Bezirksrat wird als „unwissentlich gehandelt“ dargestellt, während die „Brandmauer-Fetischisten“ (Grüne, Linkse) als „moralische Zensoren“ denunziert werden.

Der Artikel ignoriert dabei, dass Genniges selbst die AfD als „wichtigen Impulsgeber für Literatur, Dialog und gesellschaftlichen Zusammenhalt“ bezeichnet – eine Stichwortgeber-Funktion, die direkt an die rechte AfD-Positionierung („Kulturkampf gegen die Elite“) anknüpft.

„Islamismus-Armee“: NIUS hetzt gegen „illegale Migranten“ und „Islamisten“

Julian Reichelt nutzt in seinem Kommentar („Beim Thema Migration hatte die AfD einfach Recht“) eine **klassische „Invasions-Rhetorik“ und bezeichnet illegale Migranten als „Armee islamistischer Kämpfer“, die „Deutschland kolonialisieren“ wollen. Die „45,1 % Islamisten unter 40“ (laut BKA) werden dabei als „Beleg für die „Islamisierung“ genutzt – eine rhetorische Eskalation, die direkt an die rechte „Bevölkerungsaustausch“-Theorie anschließt.

„Es ist nicht ausländerfeindlich oder rassistisch, sondern schlichtweg unsere historische Pflicht, in genau diesem Moment laut und unmissverständlich zu sagen, dass wir keinen einzigen Islamisten auf unserem Boden wünschen und dulden und schon gar keine Armee junger Islamisten, die ungehindert in unser Land einfällt.“ (Julian Reichelt)

Reichelt nutzt dabei eine doppelte Strategie:

  1. Opferrolle des Westens: Die „illegale Massenmigration“ wird als „Invasion“ dargestellt, die „unsere Zivilisation zerstört“.
  2. Verharmlosung von Rassismus: Die „historische Pflicht“, gegen Islamisten zu sein, wird als „legitime Verteidigungsstrategie“ dargestellt – obwohl Islamismus kein Monopol auf Migration hat.

Der Kommentar ignoriert dabei, dass die meisten Muslime in Deutschland keine Islamisten sind und dass Migration auch aus nicht-islamistischen Gründen stattfindet. Stattdessen wird Migration pauschal mit Islamismus verknüpft – ein klassischer rassistischer Frame, der „Kulturkampf gegen den Islam“ propagiert.

„ZDF verpennt WM-Eröffnungsfeier“ – Anti-ÖRR-Kampagne eskaliert

Die „Lügenpresse“-Kritik wird bei NIUS im Sportbereich eskaliert: Das ZDF wird als „Sender, der Trump-Bashing wichtiger als Fußball“ darstellt, weil es Werbespots vor der WM-Eröffnungsfeier zeigt und Trump als „Autokraten“ bezeichnet. Der Artikel („ZDF verpennt WM-Eröffnungsfeier“) nutzt dabei eine klassische Medienkampf-Rhetorik:

  • Das ZDF wird als „politisch korrupt“ dargestellt, das „mit Steuergeld Propaganda“ betreibe.
  • Die „Anti-Trump-Dosis“ wird als „Zwangsgebühren-Verbreitung“ denunziert – ein Frame, der direkt an die rechte „Lügenpresse“-Rhetorik anschließt.

Der Artikel ignoriert dabei, dass das ZDF auch über Fußball berichtet und dass Trump tatsächlich autoritäre Tendenzen zeigt. Stattdessen wird Kritik an Trump als „Propaganda“ dargestellt – eine Stichwortgeber-Funktion für rechte Medienkritik.

Begriffe & Frames des Tages

  • „Islamismus-Armee“

    „Illegale Migranten [...] junge Männer im wehrfähigen Alter, die niemals etwas anderes akzeptieren werden als die Scharia [...] Es ist eine Invasion. [...] Es ist eine Armee.“ (Julian Reichelt) Einordnung: Der Begriff „Islamismus-Armee“ ist eine rhetorische Eskalation, die Migration pauschal mit Islamismus verknüpft und „Invasionsängste“ schürt. Er knüpft an die rechte „Bevölkerungsaustausch“-Theorie („Remigration“) an und dient dazu, Migration als „staatsfeindliche Bedrohung“ darzustellen. Reichelt nutzt hier eine „Opferrolle des Westens“, um rechte Hetze gegen Migration zu legitimieren.

  • „Brandmauer-Fetischisten“

    „Die Aufregung der Brandmauerfetischisten gehört ja vielleicht in die Zeit des letzten Aufbäumens, bevor diese Mauer einfällt.“ (Michael Genniges, AfD) Einordnung: Der Begriff „Brandmauer-Fetischisten“ ist eine rhetorische Diffamierung, die kritische Stimmen gegen die AfD als „ideologische Fanatiker“ darstellt. Er knüpft an die rechte Erzählung vom „Kulturbruch“ an und dient dazu, die CDU/CSU als „heuchlerisch“ darzustellen, weil sie trotz „Brandmauer“-Rhetorik AfD-Mitglieder ehrt. Der Frame zielt darauf ab, rechte Debatten über „Identitätspolitik“ als „legitime Gegenposition“ darzustellen.

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  • „Der Bruch: Die Unternehmer reagieren entsetzt auf den Golfplatz-Vorwurf von Friedrich Merz“ https://nius.de/Politik/unternehmer-entsetzt-golfplatz-vorwurf-friedrich-merz 14:17 Uhr | 12.6.2026 Ralf Schuler konstruiert Merz’ Anti-Unternehmer-Rhetorik als „Symbol für den Untergang der CDU-Wirtschaftspartei“. Der Artikel nutzt dabei Zitate von Unternehmern, die „die Brandmauer zur AfD nicht mehr sehen“ – ein Frame, der die CDU als „zerstörerische Kraft“ darstellt.

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