**Nius eskalierte am Montag die Erzählung über den Berliner Stromausfall vom „Staatsversagen“ zum „linksextremistischen Terror“ und eröffnete gleichzeitig mit der Inszenierung eines „Zensur-Gesetzes“ einen neuen Angriff auf die Regierung, die angeblich die Meinungsfreiheit abschaffen wolle.** Der YouTube-Kanal von Nius nutzte gestern den Stromausfall in Berlin, um die bereits am Wochenende etablierte Kampagne des Staatsversagens gezielt zu verschärfen. Was zuvor als administrative Unfähigkeit gerahmt wurde, erhielt nun eine neue, ideologische Stoßrichtung. In mehreren Beiträgen, allen voran in der Abendsendung mit Klaus-Rüdiger Mai, wurde der Vorfall konsequent als „linksextremistischer Terror“ bezeichnet. Diese Umdeutung diente dazu, den CDU-Bürgermeister Kai Wegner nicht nur als inkompetent, sondern als „regierenden Totalversager“ darzustellen, der die Gefahr des Linksextremismus ignoriert habe. In einer langen Reportage wurde zudem ein rassistisches Narrativ eingeflochten, indem die Evakuierung eines nahegelegenen Flüchtlingsheims dem Leid der im Kalten sitzenden deutschen Anwohner gegenübergestellt wurde, um den Eindruck einer bevorzugten Behandlung von Migranten zu erzeugen. Parallel dazu startete Nius eine neue Kampagne, die sich um einen angeblichen Gesetzesentwurf von Digitalminister Karsten Wildberger drehte. In der langen Morgensendung präsentierten Paulina und Julian Reichelt ein „neues Horrorgesetz“, das als „Zensur-Gesetz“ geframed wurde. Sie behaupteten, die Regierung plane, Redaktionen ohne richterlichen Beschluss durchsuchen und Unterlagen beschlagnahmen zu lassen. Reichelt bezeichnete es als „Dracula-Gesetz“ und konstruierte eine Verschwörung, wonach die Regierung sich damit ein Instrument schaffe, um unliebsame Wahlergebnisse – explizit ein AfD-Sieg – zu annullieren. Der Staatsrechtler Völker Boehme-Nessler wurde als Experte zugeschaltet, um dem Ganzen den Anschein juristischer Seriosität zu verleihen, während er die „Hysterie wegen Desinformation“ kritisierte. Die Berichterstattung des gestrigen Montags folgte somit einer doppelten Strategie: Einerseits wurde ein lokales Ereignis genutzt, um das Bild eines von linkem Terror bedrohten und von unfähigen Politikern regierten Staates zu zeichnen. Andererseits wurde ein komplexer juristischer Entwurf zu einer direkten Bedrohung der Meinungsfreiheit und der Demokratie umgedeutet. In beiden Fällen inszenierte sich Nius als alleiniger Aufdecker, der die wahren Gefahren benennt, während die etablierten Institutionen entweder versagen oder die Bürger aktiv unterdrücken. ### Begriffe & Frames des Tages: * **Linksterrorismus** > "Der Linksterrorismus ist zurück!" Dieser Begriff, prominent im Titel der Abendsendung platziert, eskaliert die Deutung des Berliner Stromausfalls. Statt von einem technischen Defekt oder einfacher Brandstiftung zu sprechen, wird der Vorfall in einen politischen Kontext von Terror und Extremismus gerückt. Dies dient dazu, eine akute Bedrohungslage zu konstruieren und den politischen Gegner zu kriminalisieren. * **Regierender Totalversager** > "KAI WEGNER IST EIN REGIERENDER TOTALVERSAGER" Diese in einer Bauchbinde verwendete Formulierung personalisiert das am Wochenende etablierte Narrativ des "Staatsversagens". Der Angriff zielt direkt auf den CDU-Bürgermeister Kai Wegner und macht ihn persönlich für die Krise verantwortlich. Der Begriff ist maximal herabwürdigend und soll politische Unfähigkeit in einer Person bündeln. * **Zensur-Gesetz / Horrorgesetz** > "Die Bundesregierung plant ein neues Zensurgesetz. [...] NiUS hat als einziges deutsches Medium zu dem neuen Horrorgesetz recherchiert." Mit diesen Begriffen wird ein Gesetzesentwurf zur Regulierung politischer Werbung von Beginn an als autoritärer Angriff auf die Meinungsfreiheit geframed. Die dramatische Wortwahl umgeht eine sachliche Auseinandersetzung und etabliert stattdessen ein Bedrohungsszenario, in dem der Staat die Grundrechte seiner Bürger abschaffen will. ### Relevante Beiträge * **Dobrindt: „Der Linksterrorismus ist zurück!“** `19:00 | 05.01.2026 | 16:08 min` Andreas Dorfmann und Klaus-Rüdiger Mai deuten den Berliner Stromausfall als gezielten "linksextremistischen Terror". Sie kritisieren das angebliche Versagen der Politik, insbesondere von Bürgermeister Kai Wegner (CDU), der als "regierender Totalversager" bezeichnet wird, und behaupten, die Gefahr des Linksextremismus sei jahrelang verharmlost worden. [Link](https://www.youtube.com/watch?v=05w8IyL9RtQ) * **Grundrechte bedroht: NIUS enthüllt das neues Zensur-Gesetz | NIUS Live vom 05. Januar 2026** `10:30 | 05.01.2026 | 26:05 min` Nius inszeniert die "Enthüllung" eines neuen Gesetzes, das als "Zensur-" und "Horrorgesetz" bezeichnet wird. Julian Reichelt und Paulina behaupten, es erlaube Durchsuchungen von Redaktionen ohne richterlichen Beschluss und solle als Instrument dienen, um unliebsame Wahlergebnisse (z.B. der AfD) zu annullieren. [Link](https://www.youtube.com/watch?v=5ZZrY6JsTJo) * **Stromausfall in Berlin: Wie der Stromausfall Menschen an ihre Grenzen bringt** `09:21 | 05.01.2026 | 06:40 min` Ein Reportage-Clip, der das Leid der vom Stromausfall betroffenen Anwohner emotional inszeniert. Zentral ist die rassistische Gegenüberstellung: Während "anständige Bürger" frieren, sei ein nahegelegenes Flüchtlingsheim evakuiert und die Bewohner "in schönere, wärmere Räume" gebracht worden. [Link](https://www.youtube.com/watch?v=OBU73l6hAkw) * **„Es ist kein Stromausfall, es ist ein Terroranschlag“ #nius #niuslive #Berlin** `12:31 | 05.01.2026 | 02:14 min` Ein kurzer Monolog, der die Umdeutung des Stromausfalls auf den Punkt bringt. Der Sprecher (vermutlich Julian Reichelt) wiederholt mehrfach, es handle sich um einen "linksextremistischen Terroranschlag mit Ansage", den die Behörden und der "totalversagende Regierende Bürgermeister" ignoriert hätten. [Link](https://www.youtube.com/watch?v=b2A-Y49B0NY)