netzpolitik.org heute: netzpolitik.org heute - 27.3.2026
* **[Lieferando, Wolt & Co.: „Brutaler Manchesterkapitalismus, der die Rechte von Arbeitnehmern aushöhlt“](https://netzpolitik.org/2026/lieferando-wo
netzpolitik.org heute
* **[Lieferando, Wolt & Co.: „Brutaler Manchesterkapitalismus, der die Rechte von Arbeitnehmern aushöhlt“](https://netzpolitik.org/2026/lieferando-wolt-co-brutaler-manchesterkapitalismus-der-die-rechte-von-arbeitnehmern-aushoehlt/)**
Dieser Beitrag ist ein Interview mit dem Arbeitsrechtler Martin Bechert über die prekären Arbeitsbedingungen in der Lieferdienstbranche. Im Zentrum steht die Kritik an Subunternehmer-Strukturen, die laut Bechert zur Umgehung von Arbeitgeberpflichten und zur Etablierung krimineller Systeme genutzt werden. Er erörtert die EU-Plattformarbeitsrichtlinie und deren Umsetzung in deutsches Recht, wobei er die vorgesehenen Maßnahmen als unzureichende „Flickschusterei“ bezeichnet. Bechert plädiert stattdessen für ein Direktanstellungsgebot sowie eine Reform des Arbeitnehmer- und Betriebsbegriffs, um den Herausforderungen durch algorithmisches Management zu begegnen. Der Text ordnet die Branche als „arbeitsrechtliches Labor“ ein, dessen Entwicklungen zukünftig auch andere Berufsfelder betreffen könnten.
[Link zum Text](https://netzpolitik.org/2026/lieferando-wolt-co-brutaler-manchesterkapitalismus-der-die-rechte-von-arbeitnehmern-aushoehlt/)
* **[Digitale Gewalt: Das lass‘ ich mir nicht nehmen](https://netzpolitik.org/2026/digitale-gewalt-das-lass-ich-mir-nicht-nehmen/)**
In diesem Kommentar setzt sich die Autorin mit der gesellschaftlichen Debatte um sexualisierte Deepfakes auseinander, ausgelöst durch den Fall Collien Fernandes. Der Beitrag thematisiert insbesondere die Reaktionen in Kommentarspalten, in denen Nutzer das Erstellen solcher Inhalte ohne Zustimmung als persönliche Freiheit verteidigen. Die Kernaussage ist, dass digitale Gewalt eine Form von Machtmissbrauch darstellt, die tief in patriarchalen Strukturen verwurzelt ist. Dabei wird das geplante „Gesetz gegen digitale Gewalt“ erwähnt, das die Herstellung solcher Bilder unter Strafe stellen soll. Die Autorin analysiert die Empathielosigkeit gegenüber Betroffenen und ordnet die Diskussion als einen grundlegenden Kampf um Machtansprüche und körperliche Selbstbestimmung im digitalen Raum ein.
[Link zum Text](https://netzpolitik.org/2026/digitale-gewalt-das-lass-ich-mir-nicht-nehmen/)
* **[1.000 Erstunterzeichner:innen: Volle Breitseite gegen die Feinde der Demokratie](https://netzpolitik.org/2026/1-000-erstunterzeichnerinnen-volle-breitseite-gegen-die-feinde-der-demokratie/)**
Dieser Bericht befasst sich mit einem offenen Brief, den über 1.000 Organisationen und Einzelpersonen unterzeichnet haben, um gegen den geplanten Umbau der Demokratieförderung durch die Bundesregierung zu protestieren. Die Unterzeichner warnen vor einer Destabilisierung der bürgerschaftlichen Extremismusprävention und kritisieren die geplanten Kürzungen im Programm „Demokratie leben!“. Der Beitrag hebt hervor, dass der drohende Verlust langjährig aufgebauter Expertise als alarmierend für die liberale Demokratie eingestuft wird. Zudem wird auf die politische Kontroverse um die Zielsetzung der Förderung eingegangen, wobei die Weigerung der zuständigen Ministerin, gesellschaftliche Vielfalt als explizites Förderziel zu definieren, als zentraler Konfliktpunkt benannt wird.
[Link zum Text](https://netzpolitik.org/2026/1-000-erstunterzeichnerinnen-volle-breitseite-gegen-die-feinde-der-demokratie/)
* **[Mehr als ein Ausweis: Das soll die digitale Brieftasche in Deutschland können](https://netzpolitik.org/2026/mehr-als-ein-ausweis-das-soll-die-digitale-brieftasche-in-deutschland-koennen/)**
Dieser Beitrag analysiert den Entwurf für das Digitale-Identitätengesetz (DIdG), welches die Einführung der EU-weiten digitalen Brieftasche (EUDI-Wallet) in Deutschland regelt. Der Text erläutert die Rollenverteilung zwischen verschiedenen Behörden, wobei dem Bundesdigitalministerium weitreichende Durchgriffsrechte eingeräumt werden sollen. Zu den Kernaussagen gehört die geplante Funktionsvielfalt der Wallet, die neben dem Identitätsnachweis auch Zahlungsfunktionen und Alterskontrollen für Minderjährige ab 12 Jahren ermöglichen soll. Der Bericht beleuchtet zudem den engen zeitlichen Rahmen für die Umsetzung bis Ende 2026 und die Kritik an beschleunigten Anhörungsverfahren. Es handelt sich um eine detaillierte Analyse der technischen und regulatorischen Weichenstellungen für die digitale Identität.
[Link zum Text](https://netzpolitik.org/2026/mehr-als-ein-ausweis-das-soll-die-digitale-brieftasche-in-deutschland-koennen/)