Derzeit wird nur die Website von NIUS berücksichtigt - keine YouTube-Videos. Gunnar Schupelius erklärte SPD und Grüne zu Mittätern des CSD-Terrors, während zeitgleich eine Fauci-Story das Corona-Laborleck-Narrativ reanimierte. Die Absage des „Zug der Liebe“ wurde zum Beleg für ein neues, links-politisch verursachtes „Klima der Angst".
Schupelius schloss am Donnerstagmorgen nahtlos an seine These vom Vortag an. Nachdem er am Mittwoch die angebliche Blockade von SPD und Grünen für den Anschlag verantwortlich gemacht hatte, legte er jetzt mit dem Kommentar „Die AfD soll ohne Verbot verboten werden" nach. Sein neues Ziel: Innenministerin Daniela Behrens (SPD) und das Land Niedersachsen, die AfD-Kandidaten von Landratswahlen ausschließen, allein aufgrund ihrer Parteizugehörigkeit. Schupelius nannte das Vorgehen einen „kleinen verborgenen Putsch", „gesichert verfassungsfeindlich" und eine Manipulation demokratischer Wahlen. Der Mechanismus ist durchschaubar: Indem er das Vorgehen der SPD als extremistischen Angriff auf die Demokratie rahmt, vollendet er die Täter-Opfer-Umkehr. Nicht die Einstufung der AfD als rechtsextrem ist das Problem, sondern die Reaktion darauf. Die politische Schuld für den Terror weiter gegen SPD und Grüne zu wenden, wird so zum dominierenden Narrativ des Tages.
Flankiert wurde dieser Frame durch die Meldung, dass der „Zug der Liebe", der Loveparade-Nachfolger, wegen des „CSD-Terrors" abgesagt wurde. Die Absage mit Verweis auf ein „allgemeines Angstgefühl" und massive Sicherheitsauflagen wurde von der Redaktion als Beweis für ein von politischer Fehlsteuerung zerstörtes Lebensgefühl verbucht. Dass die Veranstalter die Entscheidung selbst trafen, trat hinter die Botschaft zurück: Der liberale Staat ist nicht mehr in der Lage, Freiheit zu garantieren.
Ein gewichtiges Einzelstück war Janina Lionellos langer Text zu Anthony Faucis Verweigerung vor dem US-Senat zur Finanzierung von Corona-Forschung in Wuhan. Lionello zeichnete minutiös den Geldfluss der US-Behörde über die EcoHealth Alliance an das Wuhan Institute of Virology nach und verknüpfte ihn mit dem abgelehnten DARPA-Projekt DEFUSE. Brisant ist die Konstruktion einer internationalen personellen Verbindung: Christian Drosten wird als Teil einer Delegation genannt, die das Wuhan-Labor vor der Pandemie besuchte und die chinesische „Batwoman"-Virologin traf. Dies soll den Verdacht nähren, dass risikoreiche Gain-of-Function-Forschung stattfand und vertuscht wurde. Mit diesem Text beginnt eine neue Kampagnenlinie, die das alte Laborleck-Narrativ mit neuem Personal – Fauci, Drosten, US-Behörden – wiederbelebt.
Dazwischen pumpte NIUS den AfD-Wahlkampf in Sachsen-Anhalt weiter auf. Umfragen mit 41 Prozent für die AfD wurden prominent platziert, ebenso das Dementi von Spitzenkandidat Ulrich Siegmund, er wolle sich nicht mit CDU-Stimmen zum Ministerpräsidenten wählen lassen. Siegmunds Erklärung bei NIUS Live, „Remigration" bedeute die „Rückführung aller Illegalen, aller Straffälligen", wurde von der Redaktion als legitime politische Position eingeordnet und unwidersprochen verbreitet. Dazu passend wurde der CDU-Austritt der brandenburgischen JU-Chefin Laura Strohschneider als Nachweis eines Rechtsrucks innerhalb der Unionsjugend inszeniert.
Die Mehrzahl der übrigen Artikel war Wirtschafts-Bashing: Gewinneinbrüche bei BMW und BASF, ein Ex-VW-Chef, der die Politik für die Autokrise verantwortlich macht („schlichtweg unrealistische Zeitleiste"), und ein Mini-BIP-Wachstum. Sie alle verdichten sich zum seit Wochen laufenden Narrativ: Deutschland wird von einer ideologisch verblendeten Politik zugrunde gerichtet. Ein unfreiwillig entlarvender Kommentar von Melanie Grün über Annalena Baerbock, die Sexismus beklage, aber „schnippisch" sei, komplettierte den Kulturkampf-Tag.
Begriffe & Frames des Tages
- „Migranten-Ansturm"
„Dramatische Entwicklung in der spanischen Exklave Ceuta: 2000 bis 3000 Migranten haben die auf dem afrikanischen Kontinent liegende Stadt in den letzten Tagen schwimmend erreicht." Der Artikel zur Lage in Ceuta verzichtet auf jede Differenzierung, sondern spricht pauschal von einem „Ansturm", im Fließtext sogar von einer „Invasion". Der Frame naturalisiert eine Naturgewalt, die über eine „praktisch zusammengebrochene" Grenze hereinbricht und Europa bedroht. Er delegitimiert jede Form von Flucht als gewaltsamen Übergriff.
Relevante Artikel
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Schupelius-Kommentar: AfD-Verbot, Absage Technoparade (3 Beiträge)
Website4:00–7:13 Uhr | 30./31.7.2026Vom Vorwurf des politischen „Putsches" gegen die SPD bis zur Absage des „Zug der Liebe" wegen „CSD-Terror": Drei Texte formen das Narrativ eines linken Angriffs auf Demokratie und Freiheit. Link 1 | Link 2 | Link 3 -
Fauci verweigert Aussage: Der Wuhan/Drosten-Komplex
Website9:29 Uhr | 30.7.2026Lionello konstruiert eine direkte personelle und finanzielle Linie von Fauci und Drosten zu riskanter Corona-Forschung in Wuhan – der Auftakt einer neuen Kampagne. Link -
Anti-Baerbock und Siegmunds Remigration (2 Beiträge)
Website6:35 & 14:47 Uhr | 30.7.2026Grün disqualifiziert Baerbocks Sexismus-Vorwürfe als „schnippisch", während Siegmund unkritisch „Remigration" als Rückführung definieren darf. Seite an Seite legitimieren beide das Fundament des Kulturkampfs. Link 1 | Link 2