NIUS-Watch: NIUS-Watch – „Nutella-Kriegserklärung“ und kulturelle „Ratten“-Metaphorik
Analyse der NIUS-Berichterstattung vom 14. und 15. Februar 2026: Delegitimierung des Staates durch „Nutella“-Wut und Enthumanisierung durch kulturellen Rassismus.
NIUS-Watch
**[Der Staat als Feind des Bürgers und die Konstruktion barbarischer „Wertesysteme“]**
Am Wochenende nutzte Julian Reichelt eine banale Social-Media-Kampagne der Bundesregierung zum Tag des Notrufs für eine umfassende Delegitimierungsstrategie. Eine Grafik, die ein leeres Nutella-Glas (bzw. „Nuss-Nougat-Creme“) zeigt und erklärt, dies sei kein Fall für die 112, wurde nicht als humoriger Hinweis verstanden, sondern böswillig als staatliche Kriegserklärung uminterpretiert. Reichelt konstruierte daraus ein feindseliges „Menschenbild“ der Regierung: Diese halte den Bürger nicht nur für „schwachsinnig“, sondern verhöhne ihn, indem sie ihm erst das Steuergeld wegnehme („Abschaffsteuer“), um ihn dann mit „Kindergarten-Grafiken“ zu bevormunden. Die emotionale Aufladung – Reichelt schrie fast, er sei nicht um 4 Uhr aufgestanden, um diesen „Schwachsinn“ zu finanzieren – dient dazu, jede staatliche Kommunikation als feindlichen Akt zu markieren.
Diese Wut wurde nahtlos mit dem Narrativ des gescheiterten Staates verknüpft. Unter dem Slogan „I want my money back“ kündigte NIUS den gesellschaftlichen Vertrag auf: Weil der Staat Mörder aufgrund von Fristversäumnissen freilasse, aber Geld für „Gaga-Kampagnen“ ausgebe, sei der „Deal“ (Steuern gegen Sicherheit) geplatzt. Der Staat wird hier nicht als reformbedürftig, sondern als illegitimer „Abzocker“ dargestellt, der seine Kernfunktionen aufgegeben hat und stattdessen seine Bürger erziehen will.
Besonders perfide war die rassistische Unterfütterung der Migrationsdebatte am Sonntag. In einem Video wurde ein Erlebnis aus Bangladesch geschildert – ein toter Säugling auf einem Müllhaufen, angefressen von Ratten –, um vor den „Wertesystemen“ zu warnen, die nach Deutschland „reingeholt“ würden. Diese Anekdote dient nicht dem Mitleid, sondern der Enthumanisierung: Sie suggeriert, dass Menschen aus dem globalen Süden Leben geringer schätzen und diese vermeintliche Barbarei importieren. Kontrastiert wurde dies mit einem Loblied auf die Londoner Chinatown („Good immigrants“), um ein rassistisches Ranking von Migrantengruppen zu etablieren: Die ökonomisch nützlichen, unsichtbaren Asiaten gegen die als zivilisatorische Bedrohung geframten Anderen.
### Begriffe & Frames des Tages:
* **„Der gebrochene Deal“**
> „Das ist der Deal mit dem Staat. Ich bezahl dich und was bekomme ich dafür? Sicherheit. [...] Dieses Versprechen wird einfach gebrochen.“
Ein libertär-populistisches Framing, das Staatsbürgerschaft auf eine reine Kundendienst-Beziehung reduziert. Da der Staat (die „Dienstleistung“ Sicherheit) versage, wird die Steuerzahlung als Diebstahl und die Loyalität zum System als obsolet dargestellt.
* **„Importierte Wertesysteme“**
> „...sich gar nicht vorstellen können, was für ein Wertesystem aus vielen Kulturen hier ins Land reingeholt werden.“
Ein rassistischer Container-Begriff. Er ersetzt das Wort „Rasse“ durch „Kultur“ bzw. „Wertesystem“, meint aber dasselbe: Eine unveränderliche, barbarische Wesensart (illustriert durch das Bild des toten Säuglings), die inkompatibel mit der Zivilisation sei und durch Migration wie eine Seuche eingeschleppt werde.
### Relevante Beiträge
* **Regierung: „Leeres Schoko-Glas ist KEIN Notfall“ – Echt jetzt? | NIUS Live**
`07:00 | 15.02.2026 | 18:00 min`
Reichelt inszeniert einen Wutanfall über eine Info-Grafik der Regierung. Er deutet den Hinweis, wegen fehlender Lebensmittel nicht den Notruf zu wählen, als Beweis, dass die Regierung die Bürger für „Idioten“ hält und Steuergelder verprasst.
* **„I want my money back!“ #nius #niuslive #politik**
`15:00 | 15.02.2026 | 02:22 min`
Das theoretische Fundament zur Nutella-Wut: Weil der Staat bei der Justiz versage (Freilassung von Straftätern), habe er kein Recht mehr auf Steuern. Der Staat wird für künftige Verbrechen („Vergewaltigungsopfer“) direkt haftbar gemacht. [Link](https://www.youtube.com/watch?v=KCSgcDlprMU)
* **„Dieses Bild werde ich nie vergessen!“ 😳**
`17:00 | 15.02.2026 | 00:54 min`
Hochgradig manipulativer Clip. Ein Protagonist nutzt eine schockierende Anekdote (toter Säugling/Ratten in Bangladesch), um Gegnern von Abschiebungen „Denkfehler“ vorzuwerfen. Impliziert, dass Migranten barbarische Zustände importieren. [Link](https://www.youtube.com/watch?v=9wfcda9hRDU)
* **„Cultural diversity has never been a problem“**
`14:01 | 15.02.2026 | 02:08 min`
Reportage aus Chinatown London. Dient als Folie für das „Good Migrant“-Narrativ (ruhig, ökonomisch nützlich, „assimiliert“), um die Ablehnung anderer Migrantengruppen (implizit Muslim:innen/Afrikaner:innen) als rational und nicht rassistisch darzustellen. [Link](https://www.youtube.com/watch?v=xQTYxrKuPCI)