**Mit einer rhetorischen Gleichsetzung von Christdemokratie und Guerilla-Marxismus verschärfte Nius am Wochenende den Ton gegenüber der Union.** In den Sendungen von Samstag und Sonntag wurde der Begriff der „Che-DU“ als neues Label etabliert. Eine Debatte über Erbschaftssteuerreformen reichte den Kommentatoren, um die CDU nicht mehr nur als „umgefallen“, sondern als ideologischen Feind zu markieren, der die „Rhetorik des Klassenkampfes“ übernommen habe. Diese Strategie zielt darauf ab, bürgerliche Wähler davon zu überzeugen, dass selbst unter Friedrich Merz das Eigentum nicht sicher sei. Parallel dazu bediente Nius das Narrativ eines drohenden neuen Totalitarismus durch die Meldung, Berlin wolle die DDR-Geschichte aus dem Lehrplan streichen. Dies diente als Beleg für die These, der Staat wolle die Erinnerung an Diktaturen tilgen, um selbst ungehindert diktatorisch agieren zu können. Julian Reichelt nutzte diese Stimmungslage für eine theatralische Selbstinszenierung als Widerstandskämpfer. Er entlieh Winston Churchills berühmtes Zitat „We shall never surrender“, um die Kritik an seiner Plattform (spezifisch durch Daniel Günther und Markus Lanz) zum historischen Existenzkampf zu überhöhen. Reichelt behauptete, die „Mächtigen“ nutzten die „Sprache der DDR“ und Methoden der „Zersetzung“, um Nius als letzte Bastion der Freiheit zu schleifen. Diese Täter-Opfer-Umkehr immunisiert gegen jede inhaltliche Kritik: Wer Nius widerspricht, handelt demnach nicht demokratisch, sondern vollstreckt den Willen eines repressiven Regimes. Inhaltlich trieb der Sender die Entfremdung von liberalen Werten voran, indem autoritäre Regime als Vorbilder im Umgang mit dem Islam gepriesen wurden. Unter der Schlagzeile „Die Araber halten uns für komplett verrückt“ argumentierte Reichelt, dass man in Dubai oder Saudi-Arabien Islamisten innerhalb von „drei Minuten weggverhaftet“. Die Botschaft: Nur eine Abkehr von rechtsstaatlichen Prinzipien hin zu harter Repression könne Sicherheit garantieren. Flankiert wurde dies durch klassische Agitation gegen Migration: Von der angeblichen „Erfindung“ von Migrationshintergründen durch deutsche Schüler („um dazuzugehören“) bis zur bloßen Nennung von Ausländeranteilen in bayerischen Gefängnissen ohne soziologischen Kontext. ### Begriffe & Frames des Tages: * **„Che-DU“** > „Die CDU spricht inzwischen wie Che Guevara, deswegen nenne ich sie auch nur noch die Che-DU.“ Ein Neologismus, der die Union rhetorisch mit dem gewaltsamen kommunistischen Umsturz assoziiert. Ziel ist die maximale Entkernung des bürgerlichen Markenkerns der CDU, um sie als unwählbar für Konservative darzustellen. * **„Sprache der DDR“ / „Zersetzung“** > „Es ist die Sprache der DDR. [...] Weil sie das Mindset der DDR haben und die Pläne der DDR schmieden.“ Julian Reichelt rahmt Kritik an seiner journalistischen Arbeit (durch Politiker oder andere Medien) nicht als Diskurs, sondern als staatlich gesteuerte psychologische Kriegsführung („Zersetzung“). Damit wird die Bundesrepublik delegitimiert und mit einem Unrechtsstaat gleichgesetzt. * **„Komplett verrückt“ (Außenblick-Frame)** > „Die arabische Welt hält uns für komplett verrückt [...] dafür, dass wir so viele Araber aufnehmen, ohne zu wissen, wer sie sind.“ Ein Frame, der den eigenen Rassismus externalisiert. Indem man behauptet, selbst die Herkunftsländer würden über Deutschland lachen, wird die Forderung nach totaler Abschottung und Repression als „vernunftbegabte“ und global anerkannte Position legitimiert. ### Relevante Beiträge * **„Die CDU spricht inzwischen wie Che Guevara“** `15:01 | 17.01.2026 | 02:40 min` Das Kernstück der Anti-CDU-Agitation. Die Debatte um Erbschaftssteuern wird zum „Klassenkampf“ hochstilisiert, die Union als sozialistische Kaderpartei geframt („Che-DU“). [Link](https://www.youtube.com/watch?v=uEhTgJoiygk) * **„We shall never surrender“** `13:00 | 17.01.2026 | 02:26 min` Reichelts Monolog zur Selbststilisierung. Er appropriiert Churchill, um sich gegen Kritik von Daniel Günther und SPD-Politikern zu wehren, denen er „DDR-Pläne“ unterstellt. [Link](https://www.youtube.com/watch?v=gl7pMF_iSqs) * **„Die Araber halten uns für komplett verrückt!“** `16:00 | 18.01.2026 | 02:15 min` Plädoyer für autoritäre Maßnahmen. Reichelt lobt indirekt die Menschenrechtssituation in arabischen Autokratien (schnelle Verhaftungen ohne Prozess), um sie als Vorbild für den Umgang mit Islamismus in Deutschland zu empfehlen. [Link](https://www.youtube.com/watch?v=OgCZHqTMLZU) * **Berlin will Berliner Mauer aus dem Schul-Lehrplan streichen** `12:00 | 18.01.2026 | 01:21 min` Dient als "Beweis" für die These, dass der Staat die Erinnerung an die DDR-Diktatur auslöschen will, um ähnliche Methoden wieder anwenden zu können. [Link](https://www.youtube.com/watch?v=qqZq-48EkSU) * **Rund 60 Prozent aller Gefängnis-Insassen in Bayern sind Migranten** `12:00 | 17.01.2026 | 01:29 min` Klassischer „Crime & Migration“-Clip. Fokus liegt rein auf Nationalität und Kosten, um das Bild des „kriminellen Migranten“ statistisch zu untermauern, ohne Ursachenforschung. [Link](https://www.youtube.com/watch?v=UEVyssVzPkY)