**Die Strategie der maximalen Eskalation: Ein satirischer Einwurf wird zur „totalitären Gewaltfantasie“ umgedeutet, während ein Tötungsdelikt als Staatsversagen inszeniert wird.** Der gestrige Freitag bei NIUS ist geprägt von einem persönlichen Rachefeldzug Julian Reichelts gegen den Moderator und Autor Micky Beisenherz. Auslöser ist eine polemische Bemerkung Beisenherz' in dessen Podcast, man hätte dem siebenjährigen Reichelt „CS-Gas“ sprühen sollen, um dessen spätere Entwicklung zu verhindern. Reichelt nutzt diesen satirisch-überzogenen Angriff nicht für eine souveräne Replik, sondern bläst ihn zu einer staatsgefährdenden Affäre auf. Über 25 Minuten lang konstruiert er das Narrativ, Beisenherz sei die „Galeonsfigur“ eines „linken, woken Milieus“, das politische Gewalt gegen Kinder und Andersdenkende normalisiere. Reichelt pathologisiert den Gegner („besessen“, „digitales Stalking“) und zieht eine direkte Linie von einem Podcast-Gag zum „Totalitarismus“. Der eigentliche Zweck dieser Inszenierung ist der Angriff auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk: Da Beisenherz (u.a. WDR) von Gebühren bezahlt werde, finanziere der Bürger zwangsweise seine eigene „Vernichtung“ und „Gewaltfantasien“. Hier wird die Opferrolle zur Waffe geschmiedet, um Kritikern die moralische Legitimation abzusprechen. Parallel dazu bedient Andreas Dorfmann im Format „NIUS Live am Abend“ das klassische Angst-Narrativ im Kontext von Migration. Anlass ist ein Tötungsdelikt an einer Hamburger U-Bahn-Station, bei dem ein Südsudanese eine Frau und sich selbst vor einen Zug stieß. NIUS verzichtet auf abwartende Berichterstattung und setzt sofort den Frame „Mord-Import“. Reporter Eric Steinberg und Jan Karon konzentrieren sich fast ausschließlich auf den Aufenthaltsstatus des Täters (Landesaufnahmeprogramm vs. Resettlement), um eine direkte Verantwortung der Bundesregierung („Mörder eingeflogen“) zu konstruieren. Die Tat wird entindividualisiert und zu einem Symptom einer generellen Unsicherheit im öffentlichen Raum erklärt („Albtraum des Grauens“, „Kein Geheimrezept“ zum Schutz). Der Gast Marcus Held warnt davor, dass „die Falschen“ in die U-Bahn gelassen würden. Das Ziel ist die Erzeugung eines permanenten Bedrohungsgefühls, das den Staat als unfähig darstellt, seine Bürger vor „importierter Gewalt“ zu schützen. Auf dem feld der Wirtschaftspolitik führt NIUS eine aggressive Begriffs-Neudefinition ein: Der CO2-Preis wird von Julian Reichelt populistisch zur „Luftsteuer“ verkürzt. In seiner Analyse einer Rede von Katherina Reiche im Bundestag leugnet Reichelt marktwirtschaftliche Prinzipien des Emissionshandels („Keiner kauft Luftverschmutzung“) und stellt Klimaschutzmaßnahmen als sozialistische Planwirtschaft dar. Flankiert wird dies durch einen angeblichen „Rebellen“-Vorstoß der CDU-Ministerpräsidenten Söder, Rhein und Hagel, die laut NIUS-Informationen das deutsche Klimaziel kippen wollen („Politische Bombe“). Ralf Schuler und Julius Böhm framen dies als überfälligen Aufstand der ökonomischen Vernunft gegen die „Klimaideologie“ der Ampel und der eigenen Parteiführung unter Merz. Damit treibt NIUS den Keil tiefer in die Union: Wer an Klimazielen festhält, zerstört die Wirtschaft; wer sie abschafft, ist ein Held der Realpolitik. ### Begriffe & Frames des Tages: * **„Totalitäre Gewaltfantasie“** > „Das ist keine autoritäre Ansicht, sondern das sind totalitäre Gewaltfantasien.“ Reichelts Re-Framing eines satirischen Angriffs. Durch die Nutzung des Begriffs „Totalitarismus“ wird der politische Gegner (Beisenherz/ÖRR) kriminalisiert und in die Nähe historischer Unrechtsregime gerückt. Es dient der Immunisierung gegen Kritik: Wer Reichelt angreift, will angeblich Gewalt gegen Kinder. * **„Luftsteuer“** > „Dieses Jahr wird der Staat der Wirtschaft 27 Milliarden Euro wegnehmen durch eine Luftsteuer.“ Ein Kampfbegriff zur Delegitimierung des CO2-Preises. Komplexe Lenkungswirkung wird auf eine absurde „Steuer auf das Atmen/Existieren“ reduziert, um Wut gegen staatliche Abgaben zu schüren und Klimaschutz als willkürliche Schikane darzustellen. * **„Albtraum des Grauens“** > „Es ist der Albtraum für jeden, der U-Bahn fährt. [...] Albtraum des Grauens in Hamburg.“ Maximale Emotionalisierung eines Verbrechens. Der Einzelfall wird so dargestellt, als sei er eine allgegenwärtige Gefahr für jeden Bürger. Dies erzeugt ein diffuses Unsicherheitsgefühl und untergräbt das Vertrauen in die öffentliche Sicherheit. ### Relevante Beiträge * **Beisenherz: Astrid Lindgren hätte bei Reichelt zum CS-Gas greifen sollen** `16:21 | 30.01.2026 | 25:27 min` Reichelt inszeniert sich als Opfer von Gewaltaufrufen durch Micky Beisenherz. Der Satiriker wird als „Galeonsfigur“ eines totalitären Milieus dargestellt, das vom ÖRR finanziert werde. [Link](https://www.youtube.com/watch?v=YrF-oGRJzL8) * **Brutaler Mord eines Südsudanesen in der Hamburger U-Bahn** `19:00 | 30.01.2026 | 20:07 min` Andreas Dorfmann und Reporter konstruieren aus einem Tötungsdelikt ein Staatsversagen. Fokus liegt auf dem Migrationsweg des Täters („Mörder eingeflogen“) und der Unsicherheit im öffentlichen Raum. [Link](https://www.youtube.com/watch?v=PsZ7ZmyJzCY) * **Klima: Union-Politiker rebellieren gegen Sonderweg – NIUS exklusiv!** `10:41 | 30.01.2026 | 10:04 min` Bericht über einen Vorstoß von Söder und Rhein gegen deutsche Klimaziele („Gold Plating“). Dies wird als „politische Bombe“ gefeiert, die Merz unter Druck setzt und die Klimapolitik als „Ideologie“ entlarvt. [Link](https://www.youtube.com/watch?v=cMPCaLBU9uY) * **Katherina Reiche im Bundestag: Kaum Wachstum, kein Mut, kein Plan** `14:25 | 30.01.2026 | 36:50 min` Generalabrechnung mit der Wirtschaftspolitik. Reichelt bezeichnet den Bundestag als „Propagandabude“ und den CO2-Preis als „Luftsteuer“, die der Wirtschaft Milliarden entziehe. [Link](https://www.youtube.com/watch?v=lKbddj8VdAE)